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Der Kunstteich Wettelrode

Als romantische Bademöglichkeit inmitten des Südharzes ist der Kunstteich bei Wettelrode ein Begriff, aber nur wenige kennen die wechselvolle Geschichte des Teiches. 1728 ließen die Besitzer des Sangerhäuser Bergbaues, ausnahmslos kurfürstliche Kammerherren, den Kunstteich zum Betreiben "einiger Künste auf dem Kamp und dem heiligen Born" anlegen.

Von 1830 an wurde ein Pochwerk zur Aufbereitung von Sanderzen mit den Wassern des Kunstteiches betrieben, dem der aus Sicherungsgründen 1840 erfolgte Dammdurchstich ein Ende bereitete. 1843 wurde der Damm des Kunstteiches erneuert, um das nötige Kraftwasser für den betrieb einer Wassersäulenmaschine im Carolusschacht zu bekommen. Nachdem 1850 eine Vergrößerung des Teichgeländes durch den Ankauf von vier Morgen Land erfolgte, konnten weitere Einrichtungen des Bergbaus mit Kraftwasser versorgt werden.

In den Hauptnutzungszeiten waren vom Wasser des Kunstteiches abhängig:

  • 2 Wasserbalancen zur Schachtförderung (Carolus- und Johannesschacht)
  • 3 Wasserbalances zur flachen Förderung und
  • 1 Wassersäulenmaschine

In den wasserarmen Zeiten führte man außerhalb der Sangerhäuser Hütte überd en Gonnaer Stollen Wasser für den Betrieb der Hüttengebläse zu.

Nachdem 1880 durch den Zusammenbruch des Carolusschachtes der letzte Wasserverbraucher ausfiel, endete die bergbauliche Nutzung des Kunstteiches.
Am 13. Oktober 1881 wird an gleicher Stelle die erfreuliche Nachricht über den Erhalt des Kunstteiches verbreitet. 1888 erwirbt die Stadt Sangerhausen den Kunstteich für 4050,00 Mark, nimmt aber 1897 Abstand von dem Vorhaben, weil das Wasser für die inzwischen gewachsene Stadt nicht ausreicht.

Am 29. November 1939 brach der Damm wegen mangelnder Wartung. Im Leinetal wurden durch die Fluten schwere Schäden angerichtet. 1951 wieder hergestellt, ist der Kunstteich vom Energiespender des Bergbaus zu einer vielbesuchten touristischen Einrichtung geworden.